Prepper bzw. prepping kommt aus dem englischen „to be pepared“ und bedeutet „vorbereitet sein“.
Prepper sind Menschen, sich auf verschiedene Katastrophenzustände und Krisensituationen vorbereiten.
Auf welche Szenarien bereiten sich Prepper vor?
Nun fragt Ihr euch sicherlich, auf was für gefährliche Situationen und Krisen sich vorbereiten könnte. Nachfolgend eine Auswahl an theoretisch möglichen Szenarien:
Pandemie
Ich glaube, spätestens seit Corona wissen alle, wie schnell Ausnahmesituationen entstehen können. Von einem auf den anderen Tag gibt es Kontaktsperren und in manchen Ländern sogar Ausgangssperren. Man kann nicht mehr normal einkaufen gehen und muss in der Schlange stehen, um überhaupt erst einmal in den Laden reinzukommen. Auf einmal ist das Klopapier ausverkauft und es gibt Hamsterkäufe. Die Leute kaufen Nudeln, Dosen, Reis und alle kriegen auf einmal Panik. Ich glaube jeder hat noch die Fotos von leeren Regalen im Kopf die durch die sozialen Medien kursierten.
Von heute auf morgen hat sich das Leben vieler Menschen nachhaltig verändert. Doch hätte man sich theoretisch auf so etwas vorbereiten können?
Es ist nicht wirklich etwas neues, dass alle paar Jahrzehnte oder Jahrhunderte die Menschheit von einer tödlichen Krankheit heimgesucht wird.
Zum Beispiel die Pest im Mittelalter 1847 in Europa ausgebrochen – hat sie etwa hundert Millionen Menschen getötet. Eine unvorstellbare Zahl. Oder die Spanische Grippe nach dem Ersten Weltkrieg. 1918 bis 1920 tötete sie mehr Menschen, als der gesamte 1. Weltkrieg Opfer gefordert hat Es ist einfach unfassbar wie viele Menschen an solchen Pandemien sterben.
In einem anderen Artikel werde ich auf das Thema Pandemie nochmals genauer eingehen und wie man sich darauf vorbereiten kann.

Blackout (Stromausfälle)
Ein weiteres Szenario, auf welches sich Prepper „gerne“ vorbereiten, ist ein sogenannter Blackout. Ein Blackout ist ein flächendeckender, langanhaltender Stromausfall. Und das ist insofern besonders kritisch, weil bei Euch zuhause nicht nur das Licht ausgeht und man keine Serien mehr streamen kann, sondern weil die Industriewelt so abhängig von Strom ist, wie der menschliche Körper von Blut. Strom versorgt alles mit Energie und hält die moderne Welt am Laufen.
Ohne Strom kann man nicht Einkaufen fahren, weil die Kassen mit Strom arbeiten. Kassensysteme gehen nicht – man kann nicht bezahlen – Mit Karte schon gar nicht. Wenn überhaupt, dann mit Bargeld. Allerdings werden die Läden eher zumachen. Du kannst nicht tanken, weil die Zapfsäulen auch nur mit Strom funktionieren. Nur die wichtigsten Einrichtungen wie Krankenhäuser haben Notstromaggregate. Aber für wie lange reichen diese?
Wenn ein Blackout wirklich langanhaltend ist, wäre das sehr, sehr gefährlich für die moderne Gesellschaft. Und auch das hat es in vielen Ländern schon gegeben. Das ist auch nichts, was super unwahrscheinlich ist. Zum Beispiel gab es 2019 in Venezuela teilweise Tagelang keinen Strom mehr. Dort sind Säuglinge in Frühchen-Stationen von Krankenhäusern gestorben. Die Leute hatten kein fließendes Wasser (eine Nebenerscheinung eines Blackouts) und mussten sich mit Kanistern aus dreckigen Kanälen ihr Wasser rausholen. Also ich wäre nicht gerne in der Situation gewesen. Artikel auf Spiegel.de
Zum Thema Blackout kann ich das gleichnamige Buch empfehlen von Marc Elsberg empfehlen „Blackout“.

*Das Buch gibt es z.B. auf Amazon zu kaufen.
Darin geht es auch um einen tagelangen Stromausfall und was innerhalb von 14 Tagen alles passiert. Sehr spannend und erschreckend.
Zum Thema Blackout wird es auch noch einen weiteren Beitrag geben.
Umweltkatastrophen

Schneechaos, Hochwasser, langanhaltende Trockenheit, Sturm, Hurricanes, Tsunamis – der Klimawandel allgemein. Ein ganz heißes Thema im wahrsten Sinne des Wortes. Ein Hitzerekordjahr folgt dem nächsten. 2019 gab es sogar nach 2016 die weltweit die höchste Durchschnittstemperatur. Die kommenden Jahre wird wohl auch nicht viel besser. Ich merke es an meinem eigenen Garten, dass ich immer mehr Wasser brauche, um die Pflanzen vor dem austrocknen zu schützen.
Gerade der Klimawandel zieht einen riesen „Rattenschwanz“ hinter sich her. Aus Trockenheit resultiert Wassermangel, daraus wiederum Spannungen, Krieg etc. und daraus wiederum (Klima)-Flüchtlinge. Manche Länder und Inseln, welche unterm Meeresspiegel liegen, wird es vielleicht in Zukunft nicht mehr geben. Ein Beispiel hierfür sind die Marshal Islands, welche schon jetzt um ihre Existent fürchten.
Bei den anderen Umweltkatastrophen kommt darauf an, wo man wohnt und einen am meisten betrifft. Ein Schneechaos mit zeitweisem Stromausfall ereilt Euch eher in den Bergen von Österreich als irgendwo auf dem flachen Land.
Klimawandel
Ein Schlüsselereignis, was mich im Preppen bestärkt hat war das Jahr 2018, in dem es einfach so wenig geregnet hat, dass der Wasserpegel des Rheins so niedrig war, dass keine Schiffe mehr fahren konnten und Waren transportieren konnten und es daraufhin zeitweise kein Benzin an den Tankstellen zu kaufen gab. Ich weiß noch ganz genau, als ich mit meinem Auto schon fast auf Reserve gefahren bin und einige Tankstellen abfahren musste, bevor ich überhaupt etwas gefunden habe. Ein irgendwie komisches und blödes Gefühl. Die Situation an der Tankstelle empfand ich auch als leicht angespannt. Zum Glück habe ich dann doch noch was gefunden. Seitdem habe ich immer mindestens 20 Liter Benzin im Keller, um wenigstens eine gewisse Zeit überbrücken, wenn ein Ernstfall wieder eintritt. Es ist auf jeden Fall wichtig im Notfall von A nach B zu kommen.

Wird so unsere Zukunft aussehen?
In Südafrika gab es 2018 den „Day Zero“, an dem den Menschen drohte das Trinkwasser auszugehen, weil es wegen dem Klimawandel einfach so trocken ist. Die Menschen durften am Tag nur 50 Liter Wasser pro Person verbrauchen. Ein Mensch in Deutschland verbraucht durchschnittlich ganze 123 Liter. Die Katastrophe konnte in Südafrika konnte noch abgewendet werden, aber die Wasserlage bleibt kritisch. Zum Thema Wasser werde ich auch noch einen extra Beitrag veröffentlichen.
Chemieunfall, Supergau, Fabrikunfälle etc.
Die Umweltkatastrophen geben mir eine gute Überleitung zur nächsten Krisensituation. Viele Krisen ziehen nämlich einen „Rattenschwanz“ an Kettenreaktionen hinter sich her. So geschehen 2011 in Japan, Fukishima. Dort löste ein gewaltiger Tsunami einen Super-Gau aus, weil ein Atomkraftwerk so stark beschädigt wurde, dass es zu einer Kernschmelze kam.
Manche können sich vielleicht auch noch an die Katastrophe von Tschernobyl erinnern. Ein Super-Gau der in die Geschichte einging, viel verstrahlt hat und bis heute Gegenden unbewohnbar machte. Diese Strahlen sind unsichtbar und tödlich, da Sie Krebs auslösen und unser Genmaterial nachhaltig schädigen können.
Es muss aber nicht immer gleich ein Atomkraftwerk sein. Eine Chemiefabrik, Feuerwerksfabrik oder was für eine Fabrik auch immer können bei einem Unfall gefährliche Substanzen freisetzen. Wie man sich auf biologische oder chemische Gefahren vorbereitet, werdet Ihr in einem weiteren Artikel lesen können.
Auch alte Bomben aus dem 2. Weltkrieg können in die Luft gehen und werden immer mal wieder gefunden, sodass ganze Stadtteile evakuiert werden müssen.

Finanz- und Wirtschaftscrash
Ein weiteres Thema, was ich selber sehr spannend finde, ist ja unser Finanzsystem und ein möglicher finanzieller Kollaps. Seit der Finanzkrise 2008 wurde das System nie wirklich wieder auf gesunde Beine gestellt und durch die Corona-Krise wird noch viel mehr Geld ins System gepumpt. Die Geldpresse wird bis zum Maximum angeschmissen und ich glaube, dass diese Schulden nie zurückgezahlt werden. Kann das gutgehen? Ich kann mir das nur schwer vorstellen.

Ich beschäftige mich wirklich sehr viel mit dem Finanzsystem (Extra-Beitrag folgt). Es ist teilweise wirklich sehr kompliziert, weswegen man sich auf jeden Fall mit dem Thema beschäftigen sollte, damit man nicht sein jahrelang angespartes Hab und Gut verliert. Ein Finanzcrash könnte wieder einen Rattenschwanz von Folgeereignissen auslösen. Wenn alle ihren Job verlieren und kein Geld mehr haben um sich etwas zu essen zu kaufen, können daraus wieder soziale Unruhen etc. folgen. Vieles davon kann man heutzutage beobachten.
Krieg/Belagerung etc.

Krieg ist ein schlimmes Ereignis, welches immer mal wieder relativ spontan passieren kann, wie man immer mal wieder sieht. Ob im Nahen Osten oder z.B. der Ukraine, gar nicht weit weg von uns. Theoretisch kann es auch in Deinem eigenen Land passieren. Und dann ist deine Stadt vielleicht belagert. Keiner kommt rein, keiner kommt raus. Dann ist es auf jeden Fall gut, wenn man ein paar Essens Vorräte hat. Dazu noch ein paar Taschenlampen etc., sodass man die Situation so angenehm wie möglich gestaltet.
Warum sollte man Preppen?
In der heutigen Welt kann wirklich viel passieren und die moderne Gesellschaft ist von vielen Sachen wirklich sehr abhängig.
Manche halten dennoch diese Szenarien für total unrealistisch oder irgendwie paranoid. Allerdings war es früher ganz normal, dass unsere Großeltern oder ältere Generationen Vorratshaltung betrieben haben. Sogar die Regierung (Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe) rät, man sollte für mindestens zehn Tage Vorräte bei sich zu Hause haben. Die meisten Menschen haben aber Vorräte für keine drei Tage falls irgendwas passiert. Den Link zum BBK findest Du hier.
Sich nur auf Feuerwehr oder THW zu verlassen, halte ich für naiv. Sowas wird vielleicht die ersten Tage gut gehen. Aber wenn eine Krise länger anhält, dann sind diese Kräfte auf jeden Fall heillos überfordert. Ich mag den Spruch: „Wenn du zählen kannst, dann zähle auf dich.“. Das bedeutet – gebt die Verantwortung nicht irgendeinem anderen ab, sondern dass jeder die Verantwortung für sein eigenes Leben zu tragen hat.
Die eigentliche Frage ist doch nicht, habe ich Crash, Prophet oder wer auch immer recht, sondern Was hast du zu verlieren? Ich hoffe natürlich das nie etwas Schlimmes geschehen wird und alles gut und friedlich auf der Welt bleibt. Dann habe ich vielleicht etwas Zeit und Geld „verschwendet“ was aber nicht weiter schlimm ist, da mir das Preppen auch Spaß macht. Im schlimmsten Fall, wäre ich aber auf eine Krise nicht vorbereitet und hätte mein eigenes Leben und das meiner Familie zu verlieren.
Ich denke mir halt: Besser haben und nicht brauchen als umgekehrt.
Wie bin ich zum Preppen gekommen?
Zum Preppen kam ich über das Thema Survival. Die Sendung mit Bear Grylls, kennen sicherlich einige von Euch. Der Typ und seine Abenteuer haben mich immer fasziniert und ich wollte irgendwie auch so sein. Ich wollte nicht ein Bürohengst sein, der sein Leben auf den Schreibtisch beschränkt, sondern auch in der Wildnis überleben können. Meiner Meinung nach sollte ein Mann (natürlich können das auch gerne Frauen) ein Lagerfeuer machen können, Fische ausnehmen bzw. für Nahrung sorgen können etc..
Durch das Thema Survival bin ich zwangsläufig auf das Überleben in Ausnahmesituationen gekommen, welches zum Thema Prepping führte. Durch die Doku-Serie Doomsday Preppers habe ich mich intensiver mit der Materie beschäftigt und gemerkt, dass Vorbereitungen für einen Krisenfall alles andere als nur Quatsch sind. Seitdem bin ich Prepper.
Ich preppe nun seit schätzungsweise 2 Jahren bevor das Corona-Virus ausgebrochen. Corona hat mich im Preppen auf jeden Fall bestärkt. Was das Ganze auch noch intensiviert hat, war die Geburt meines ersten Kindes. Ich habe jetzt Frau, Kind, ein Haus mit Garten und viel Verantwortung. Das war für mich auf jeden Fall ein krasser Game-Changer in meinem Leben. Das ist mein Hauptgrund. Ich möchte meine Familie zu beschützen und auf solche Krisen und Ausnahmesituationen vorbereitet sein damit es ihnen in unerwarteten schlimmen Ereignissen so gut wie möglich geht.
Was Du hier bekommst…
Ich bin kein sogenannter Doomer, der auf den Weltuntergang hofft. Ich werde Euch nicht zeigen wie man einen Bunker voller Waffen baut. Ich werde Euch keine Verschwörungstheorien erzählen und distanziere mich ausdrücklich von rechten Ansichten und extremen Gruppen. Ich besinne mich eher auf alte Werte und Fähigkeiten unserer Großeltern und möchte mehr im Einklang mit der Natur leben. Wie gesagt hoffe ich immer auf das Beste aber Hoffnung ist keine Strategie. Genauso gut kann ich hoffen im Lotto zu gewinnen, anstatt zu arbeiten.
Mein Ziel ist es in den kommenden Jahren alle nötigen Fähigkeiten lernen und Vorräte anzulegen, damit ich und meine Familie alle oben genannten Krisen bestmöglich überstehen können. Auch werde ich versuchen eine gewisse Autarkie (eigenes Essen anbauen etc.) zu erlangen, um nicht überall von externen Quellen abhängig zu sein.
Bist Du dabei?

